Bei der Beratung unserer Klienten erleben wir täglich, wie stark die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz berufliche Entscheidungen beeinflusst. KI verändert die Arbeitswelt und damit auch Studienwahl, Berufswahl und Karriereplanung. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie auch in Zeiten von KI fundierte berufliche Entscheidungen treffen können und welche Rolle eine professionelle Studien- und Berufsberatung dabei spielt.
Zu Beginn dieses Jahres hat uns die Wochenzeitung „Die ZEIT” gefragt, welche Fähigkeiten und Berufe in Zeiten von KI wichtig bleiben (https://www.zeit.de/arbeit/2025-12/faehigkeiten-beruf-ki-berufsberater-gxe). Unsere Antwort war eindeutig: Es geht weniger um „KI-sichere“ Berufe als vielmehr um die richtigen Überlegungen für den eigenen beruflichen Weg und darum, wie Sie in einer von KI geprägten Arbeitswelt handlungsfähig bleiben können.
Was Jobsicherheit in Zeiten von KI wirklich bedeutet
Wenn von „KI-sicheren” Berufen die Rede ist, steht meist die Technik im Vordergrund. Für die berufliche Realität sind jedoch auch rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen entscheidend. So kann eine Verbeamtung im öffentlichen Dienst vor Kündigung schützen, selbst wenn die Aufgaben durch KI übernommen werden könnten. Dies ist eine ebenso wichtige Facette wie die Frage nach erforderlichen Fähigkeiten.
Denn es gibt tatsächlich Tätigkeiten, die sich nicht einfach durch KI ersetzen lassen.
Dazu gehört, unter Unsicherheit Entscheidungen zu treffen, wie es beispielsweise bei Diagnosen durch Ärzte der Fall ist. Oder Verantwortung zu übernehmen, etwa als Führungskraft oder Manager. Oder Beziehungen zu gestalten, beispielsweise als Psycholog:in oder als Lehrer:in. Kreative Lösungen zu finden, beispielsweise im Design oder in der Produktentwicklung. Oder handwerklich-praktisch zu arbeiten, mit echten Materialien und Herausforderungen vor Ort.
In all diesen Bereichen ist KI auf absehbare Zeit ein hilfreiches Werkzeug aber kein Ersatz.
Wie sich Arbeit mit KI verändert – nicht der Beruf
Es ist eher unwahrscheinlich, dass ganze Berufe verschwinden. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sich die Tätigkeiten innerhalb eines Berufs grundlegend verändern.
Ein Steuerberater wird sich beispielsweise nicht mehr mit Routinekalkulationen beschäftigen, da diese von KI übernommen werden. Dafür werden die Beratung der Mandanten, die Bearbeitung komplexer Fälle und die menschliche Vertrauensbeziehung wichtiger. Eine Ingenieurin verbringt weniger Zeit mit Standard-CAD-Zeichnungen und mehr Zeit mit Innovationsprozessen und kritischen Entscheidungen. Eine Journalistin nutzt KI für die Erstrecherche, denn ihre Stärke liegt in der Recherche-Tiefe, der Einordnung und einer persönlichen Erzählweise.
Das Muster ist überall dasselbe: Routinen, Recherche, Auswertung oder einfache Analyseschritte werden von KI-Systemen unterstützt oder übernommen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Kommunikation, strategischen Entscheidungen, Verantwortungsübernahme und Urteilsvermögen.
Warum KI den Berufseinstieg besonders herausfordernd macht
Hier liegt eine echte Herausforderung: Gerade die Lernaufgaben, mit denen Berufseinsteiger:innen früher ausgebildet wurden, verschwinden.
Ein Beispiel aus der Software-Entwicklung: Wer früher einfache Funktionen programmierte und Bugs behob, entwickelte dabei ein Verständnis für Code-Logik. Heute übernimmt KI diese Routine.
Im Grafikdesign: Wer dutzende Layouts nach Vorgaben umsetzte, schulte dabei sein Auge für Typografie und Proportionen – heute übernimmt das die KI.
Im Handwerk: Wer als Lehrling hunderte Male schliff, hobelte oder zuschnitt, entwickelte ein Gespür für Material und Werkzeug, doch heute übernehmen digitale Maschinen viele Grundtätigkeiten.
Dadurch wird es schwieriger, echte Expertise und Urteilskraft aufzubauen, die die Grundlage für alle komplexeren Aufgaben bilden.
Das ist jedoch kein Grund zur Resignation. Es macht jedoch bewusste Entscheidungen wichtiger: In welchen Bereichen oder welchem Unternehmen existieren noch echte Lernräume? Wie kann ich mir nicht-routinemäßige Aufgaben schneller erschließen? Wie kann ich KI als Lernwerkzeug statt als einfache Lösung oder Hindernis nutzen?
Berufliche Sicherheit: Welche Fähigkeiten in Zeiten von KI zählen
Vielleicht kennen Sie das aus eigener Erfahrung: Verunsicherung bei beruflichen Übergängen gehört fast immer dazu. KI verstärkt diese nur. Viele unserer Klient:innen fragen uns: „Lohnt sich dieses Studium noch? „Ist dieser Beruf zukunftsfähig?” „Wie stelle ich mich auf, damit ich nicht abgehängt werde?”
Die Antwort ist auf Grundlage zahlreicher Studien zur lebenslangen Beschäftigungsfähigkeit eindeutig: Berufliche Sicherheit entsteht nicht durch Flucht in einen vermeintlich „KI-sicheren” Job. Sie entsteht durch Offenheit, Neugier und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
Wer versteht, wie KI funktioniert, und sie als Werkzeug nutzt, während er oder sie gleichzeitig die eigenen Stärken, Interessen und Werte bewusst wahrnimmt, bleibt auch in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt handlungsfähig. Das gilt für Schüler:innen und Studierende ebenso wie für erfahrene Fach- und Führungskräfte.
Wie Nolten Sie bei Bildungs- und Berufsentscheidungen in Zeiten von KI unterstützt
Vielleicht begleiten Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn aktuell bei der Studien- oder Berufswahl. Vielleicht denken Sie selbst über einen Wechsel oder eine Neuorientierung nach. In diesen Situationen geht es nicht nur um einen „sicheren” Beruf, sondern um tragfähige Entscheidungen.
Passt dieser Weg zu meinen Stärken? Welche echten Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Wie bleibe ich langfristig anpassungsfähig, ohne mich selbst zu verlieren?
Gerade wenn KI-Unsicherheit Entscheidungen infrage stellt, ist ein professioneller Blick von außen sehr hilfreich. Wir von Nolten – die Studien und Berufsberater verbinden fundierte Arbeitsmarktkenntnisse mit langjähriger Beratungserfahrung und tragen so zu Klarheit in Zeiten des Wandels bei.
Unsere Klient:innen gewinnen neue Perspektiven, treffen tragfähige Entscheidungen und gehen ihren beruflichen Weg mit größerer Zuversicht.
Kurz gesagt: Wir unterstützen Menschen dabei, ihre Bildungs- und Berufsentscheidungen bewusst zu treffen – auch (und gerade) in Zeiten von KI! Wenn Sie sich fragen, welcher Studien- oder Berufsweg in der neuen Arbeitswelt zu Ihnen passt, sprechen Sie mit uns. In einem unverbindlichen Erstgespräch – entweder vor Ort in Berlin oder online – beantworten wir Ihre Fragen und zeigen Ihnen, wie wir Sie auf Ihrem Weg begleiten können.
FAQ zu beruflichen Entscheidungen in Zeiten von KI
Welche Berufe sind in Zeiten von KI noch sicher?
Es lohnt sich, statt nach „KI-sicheren“ Berufen zu suchen, den Blick auf Tätigkeiten zu richten, in denen Kommunikation, Verantwortung, Beziehungsgestaltung, Kreativität und praktische Erfahrung im Vordergrund stehen.
Wie kann ich KI für meine berufliche Orientierung nutzen?
Sie können KI nutzen, um Informationen zu sammeln, Optionen zu vergleichen und erste Ideen zu entwickeln. Die eigentliche Bewertung und Entscheidung erfordert jedoch Ihre eigenen Ziele, Werte und Prioritäten.
Für wen eignet sich eine Studien- und Berufsberatung bei Nolten?
Für Schüler:innen, Studierende, Berufseinsteiger:innen sowie erfahrene Fach- und Führungskräfte, die in Zeiten von KI Klarheit über ihre nächsten Bildungs- und Berufsschritte gewinnen möchten – persönlich in Berlin und Zürich oder online.