• FSJ - Mit 17? Minderjähring ins Ausland?

Minderjährig ins Ausland – Welche Möglichkeiten gibt es?

Eingeschult mit fünf Jahren, dann 12 Jahre Schulzeit: Viele Abiturienten sind heute minderjährig. Welche Möglichkeiten gibt es für sie Erfahrungen im Ausland zu machen?

Die Minderjährigkeit führt zu allerlei neuen Problemen und Hürden, etwa, dass Eltern zur Immatrikulation an der Uni mitkommen müssen. Aber für viele Betroffene noch unangenehmer ist die Tatsache, dass die meisten geförderten Freiwilligendienste, die man im Ausland leisten kann, Volljährigkeit voraussetzen. Das liegt vor allem an der Pflicht zur Betreuung und an versicherungstechnischen Aspekten. Im Inland dagegen ist jede Art von Freiwilligendienst nach Beendigung der Schulpflicht möglich. Wenn es einen nun aber doch ins Ausland zieht, gibt es ein paar Alternativen, die wir für Sie zusammen gestellt haben.

Ein Wort vorweg: “Auf gut Glück” ein Angebot auszuwählen, kann funktionieren, sinnvoller ist es aber den Auslandsaufenthalt zielführend zu planen. Was soll das Freiwillige soziale Jahr oder das freiwillige Engagement im Ausland bringen? Wir beraten Sie gern, wie Sie Ihre eigenen Potentiale erkennen, entwickeln und Ihrem Berufswunsch ein Stück näher kommen können.

Lassen Sie sich beraten, durch welcher Auslandsaufenthalt der richtige ist!
Ihr Kontakt bei uns: Birte Biebuyck, Telefon: 030 / 88 62 89 61

Mit 17 ins Ausland? Organisation für FSJ und Alternativen

Workcamps

Eine gute – aber kurze – Möglichkeit ins europäische Ausland zu gehen bieten sogenannte Workcamps, wie sie von unterschiedlichen Organisationen angeboten werden. Sie dauern in der Regel zwischen einer und vier Wochen und bieten Erfahrungen in sehr verschiedenen Bereichen. So kann man beispielsweise in Litauen in einem Delphinarium bei der Versorgung der Tiere und der tiergestützten Therapie an Kindern helfen, oder auf einer Eselfarm in Südspanien etwas über Tierschutz lernen (beides angeboten vom Kolpingwerk: www.kolping.de). Auch körperliche Arbeit in Bauprojekten oder auf Bauernhöfen ist möglich. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem zu bearbeitenden Projekt, es gibt aber auch Freizeitangebote und viel Gelegenheit zu gegenseitigem Austausch. Die Reisekosten muss man meist selbst tragen, die Kosten für die Teilnahme sind dagegen meist gering. Eine schöne Zusammenstellung findet man unter www.workcamps.de.

IJFD

Von den geförderten Programmen bietet der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) einzelne Möglichkeiten für Minderjährige, an Angeboten teilzunehmen. Allerdings ist die Suche danach eher aufwändig, denn im Grunde muss jeder Programmanbieter kontaktiert und befragt werden. Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findet man eine Liste der Anbieter für den IJFD (Link s.u.).

EFD

Auch mit dem Europäischen Freiwilligendienst besteht theoretisch die Möglichkeit, als Minderjährige*r entsandt zu werden (ab 17 Jahren). Allerdings ist es dabei leider oft so, dass die Entsendeorganisationen den Mehraufwand scheuen, denn für Minderjährige besteht Aufsichtspflicht und sie dürfen oft nicht allein Verantwortung für Kinder übernehmen, was aber in vielen Projekten Bestandteil der Arbeit ist. Dennoch lohnt es sich unbedingt, auf den Seiten des EFD zu suchen: http://www.go4europe.de. Die Programme beinhalten die ganze Bandbreite möglicher Themen (politische, gesellschaftliche, sportliche, ökologische, historische, soziale Aufgaben usw.) und man kann gezielt nach Zielland oder Thema suchen. Die meisten Projekte finden sich dabei in (Ost-)Europa, aber manche gehen auch in die ganze Welt – trotz des Namens des Programms.

Weitere Ausnahmen

Der Paritätische Freiwilligendienst Sachsen entsendet Jugendliche ab 17 Jahren, wobei viel Wert auf die Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt wird. Parisax-Freiwilligendienste.de

Auch der Deutsch-Französische Jugendfreiwilligendienst bietet einzelne Stellen für Minderjährige an: http://www.foej-rlp.de

Landwirtschaft

Eine Möglichkeit, längere Zeit ins Ausland zu gehen ergibt sich über WWOOF. Die Abkürzung steht für worldwide work on organic farms. Hier meldet man sich beim Netzwerk gegen eine Gebühr von ca. 20 € an und bekommt dann eine Liste der möglichen Höfe. Dort kann man dann auch die Teilnahmevoraussetzungen ansehen. Dabei gilt es, sich klar zu machen, dass ein Einsatz auf dem Bauernhof meistens schwere körperliche Arbeit und ungeregelte Arbeitszeiten beinhaltet. Dafür bekommt man wunderbare Eindrücke vom Land und der Arbeitsweise und Erfahrungen, die man in der Regel sonst nicht macht. Für Minderjährige, die diese Erfahrung etwas „geschützter“ in Deutschland oder der Schweiz suchen, bietet Landleben-live eine gute Organisation. (Links: http://www.wwoof.de; http://www.hohebuch.de).

Internationale Jugendbegegnungen

Bei internationalen Jugendbegegnungen treffen sich junge Leute zwischen 12 und 30 Jahren, um ein politisches, gesellschaftliches oder kulturelles Thema zu behandeln. Solche Treffen dauern 1-3 Wochen und dienen vor allem dem gegenseitigen kennen und verstehen lernen. Sie werden häufig vom Bund oder von der EU gefördert. Dadurch bleibt der Teilnehmerbeiträge niedrig. Solche Treffen bietet zum Beispiel die Aktion Sühnezeichen Friedensdienst an: http://asf-ev.de (Stichwort: Sommerlager). Dabei geht es um den Erhalt jüdischer Friedhöfe, um Gedenkstätten, Themen wie Flucht und Vertreibung, Spurensuche nach multikultureller Vielfalt einer Region oder bauliche Erhaltungsarbeiten.

Vorsicht bei kommerziellen Anbietern

Schließlich gibt es kommerzielle Anbieter, die minderjährige Freiwillige ins Ausland entsenden. Diese sind allerdings oft sehr teuer und beinhalten zugleich verschiedene Gefahren. Bei gesetzlich geregelten Freiwilligendiensten werden die Jugendlichen vorbereitet und pädagogisch begleitet. Dies muss bei kommerziellen Anbietern nicht gewährleistet sein. Zugleich ist inhaltlich Vorsicht geboten. Insbesondere Projekte mit Kindern bieten sich nicht für kurzfristige Angebote an. Gerade Kinder aus einem schwierigen sozialen Umfeld brauchen stabile Beziehungen. Ständig wechselnde Freiwillige sind nicht in der Lage, dies zu gewährleisten. Von ihnen müssen sich die Kinder, die sie vielleicht gerade sehr ins Herz geschlossen haben, in kurzen Abständen wieder trennen.

Auch wird die Hilfe der Freiwilligen vor Ort manchmal gar nicht gebraucht, weil diese weder über eine Ausbildung in pädagogischen Feldern noch über die nötigen Sprachkenntnisse verfügen und die Zeit zur Einarbeitung zu kurz ist. Daher ist es besonders wichtig bei der Auswahl der Entsendeorganisation, auf gute Vor- und Nachbereitung zu achten, die eigenen Stärken, Erfahrungen und Fähigkeiten, Vorerfahrungen und Motivationen zu bedenken und die Interessen der Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern in den Mittelpunkt zu stellen. Dann kann auch dieser sogenannte “Voluntourismus” einen guten Beitrag zur Entwicklung der eigenen Person leisten und positive Auswirkungen auf die Regionen haben. Einen Flyer zum Thema, sowie weitere wichtige Informationen findet man unter http://www.tourism-watch.de unter dem Stichwort „Voluntourismus”.

Was passt zu mir?

Wer einen Freiwilligendienst machen möchte ist oft von unterschiedlichen Motiven angetrieben. Sich diese im Vorfeld klar zu machen, kann dabei helfen, die richtige Art des Aufenthaltes und die geeignete Entsendeorganisation zu finden. Je klarer man sich über die eigenen Erwartungen ist, desto mehr kann man von einem solchen Aufenthalt profitieren. Manchmal geht es nur darum, mal etwas anderes zu erleben, oder einmalige Erfahrungen zu machen. Manchmal aber kann ein solcher Aufenthalt dazu beitragen, berufliche Ziele zu entwickeln, Interessen zu überprüfen oder schon praktische Erfahrungen zu sammeln.

Wer einen Auslandsaufenthalt möglichst zielführend und hilfreich nutzen möchte, sollte sich daher im Vorfeld darüber Gedanken machen. Um berufliche Möglichkeiten und Ziele auszuloten, sich über die eigenen Stärken klar zu werden und Fähigkeiten zu entdecken, die man einsetzen und ausprobieren könnte, ist auch eine Begabungsanalyse eine hilfreiche Voraussetzung. So kann man einen Auslandsaufenthalt mit einem sicheren Gespür für die eigenen Potentiale beginnen und zu einer reifen jungen Persönlichkeit werden.

Lassen Sie sich beraten, durch welche Art des Auslandsaufenthaltes Ihr Kind später profitieren wird:
Ihre Ansprechpartnerin Birte Biebuyck, Telefon: 030 / 88 62 89 61

Weitere Links

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend : Anlaufstellen für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (PDF):

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Freiwilligendienste/Pdf-Anlagen/anlaufstellen-internationalejugendfreiwilligendienste-stand110225,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Allgemeine Informationen zum Auslandsaufenthalt:

http://www.rausvonzuhaus.de

Bundesministerium für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben: Informationen zum Internationalen Jugendfreiwilligendienst:

http://www.bafza.de/aufgaben/freiwilligendienste/internationaler-jugendfreiwilligendienst.html

By | 2017-01-28T11:05:01+00:00 02. Juni 2016|Ratgeber|0 Kommentare

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