Personalentwickler

Interview mit einer Leiterin der Personalentwicklung

Geschlecht: weiblich
Arbeitet als: Leiterin Personalentwicklung
Alter: 29 Jahre

 

1. Was macht eine Personalentwicklerin?

Ein Personalentwickler kann in den verschiedensten Aufgabenbereichen eines Unternehmens arbeiten. Je nach Unternehmen sind die Schwerpunkte hier sehr unterschiedlich gesetzt. Ein klassisches Feld ist zum Beispiel die Trainings- bzw. Seminarkoordination. Hier sind Sie von der Beratung von Mitarbeitern und Führungskräften zu der passenden Qualifizierungsmaßnahme, über die Trainerauswahl, die Konzeption der Inhalte und Methoden im Seminar, bis hin zur Organisation der Durchführung für den gesamten Prozess zuständig. Es gibt auch einige Unternehmen in denen Personalentwickler selbst als Trainer agieren. Eine weitere spannende Aufgabe ist häufig der Bereich Talent Management. In diesem Bereich sind Sie zuständig für Performance- und Potenzialbeurteilungsprozesse die sich durch die Organisation ziehen. Ziel dieser Prozesse ist die systematische Identifikation von Potenzialträgern, um Nachfolgeprozesse planen, aber auch Talente fördern zu können. In diesem Zusammenhang arbeiten Sie oftmals ergänzend mit Development- oder Assessment Centern und Audits. Der Bereich beinhaltet unter anderem häufig auch die Entwicklung und Koordination von Programmen zur Förderung von Potenzialträgern. Ein weiteres klassisches Aufgabenfeld ist die Betreuung der Berufsausbildung in der Sie die Auszubildenden Ihres Unternehmens durch die Berufsausbildung begleiten, übergreifende Themen wie die Kommunikation zur Berufsschule oder den innerbetrieblichen Unterricht steuern, die Einsätze der Auszubildenden mit den Ausbildungsabteilungen koordinieren und für jegliche erdenkliche Frage der Auszubildenden zur Verfügung stehen.

 2. Wann wussten Sie, dass Sie einmal diesen Beruf ergreifen würden?

Seit einem Schülerpraktikum in der Oberstufe hat mich der Personalbereich interessiert. Im Studium und einigen weiteren Praktika habe ich dann die unterschiedlichen Schwerpunkte der Personalarbeit kennen gelernt und schnell verstanden, dass mich vor allem die Themen Lernen und Entwicklung faszinieren.

3. Wie verlief die Ausbildung?

Ich habe klassisch nach dem Abitur angefangen zu studieren und einen Abschluss in Wirtschaftspsychologie gemacht. Parallel habe ich so viele Praktika und studentische Nebentätigkeiten wie möglich absolviert, die mir Einblicke in die unterschiedlichen Facetten aber vor allem auch die Praxis ermöglicht haben. Ich habe mir eigentlich alles angeschaut was mich interessiert hat und konnte nachher genau sagen, was ich wollte und was nicht. Nach dem Abschluss bin ich als Trainee für den HR-Bereich in einem Teil des Konzerns, für den ich noch immer arbeite, eingestiegen. In dieser Aufgabe habe ich in 18 Monaten alle relevanten Tätigkeiten und Projekte im Personalbereich des Unternehmens kennengelernt – eine spannende Zeit die mir einen phantastischen Überblick über das Unternehmen gegeben hat! Danach konnte ich als Personalentwicklerin übernommen werden und habe knapp 3 Jahre in allen oben genannten Tätigkeiten der Personalentwicklung gearbeitet bis ich die Verantwortung für die Leitung der Abteilung bekam. Dort arbeite ich jetzt gemeinsam mit meinem Team voller Leidenschaft für das Thema.

 4. Welche Inhalte oder Themen haben Ihnen in der Ausbildung, vorher in Schule und Freizeit und jetzt im Beruf besonders viel Spaß gemacht?

Während meiner Schulzeit haben mich die Fächer Geschichte, Politik, Pädagogik, Kunst und Sport besonders interessiert. In der Freizeit habe ich immer relativ viel Sport gemacht. Im Nachhinein würde ich behaupten, dass es nie der Sport selbst war der mich angetrieben hat, sondern eher das Team und die Menschen die mit mir Sport gemacht haben. Ich mag Menschen, ich beschäftige mich gerne mit meinem Gegenüber und das zieht sich schon durch mein ganzes Leben.

 5. Wo arbeiten Sie momentan?

Ich arbeite in einem großen deutschen Technologie-Konzern, der weltweit über 150.000 Mitarbeiter beschäftigt und in 80 Ländern der Welt vertreten ist.

6. Wie verläuft ein typischer Arbeitstag?

Es gibt zwei Alternativen. Entweder ich komme ins Büro oder ich bin unterwegs.
An einem Bürotag sichte ich morgens, wenn es noch ruhig ist zunächst mein Email-Postfach und versuche einige Themen auf dem Schreibtisch abzuarbeiten. Ab 9 Uhr klingeln hier spätestens die Telefone und mein Team und ich sind damit beschäftigt Fragen zu klären, zu informieren und zu organisieren. Wenn wir das nicht tun, laufen wir in der Regel von Termin zu Termin, halten Workshops, arbeiten an Projekten und arbeiten Unterlagen, Abfragen, Präsentationen und Informationen aus.
Da das Unternehmen weltweit agiert und wir viele verschiedene Standorte betreuen, sind wir je nach Verantwortung an 1-3 Tagen die Woche nicht im Büro. An diesen Tagen führen wir Gespräche in den Niederlassungen, arbeiten in standortübergreifenden Projektteams, halten Vorträge und begleiten z.B. Qualifizierungsmaßnahmen oder Development Center.

 7. Wie viel Zeit verbringen Sie mit welchen Tätigkeiten?

30 % – am Schreibtisch/PC
20 % – am Telefon
30 % – unterwegs
20 % – in Meetings

8. Was ist besonders toll an Ihrem Beruf?

Menschen in Ihrer Entwicklung zu begleiten!

 9. Was gefällt Ihnen nicht so gut?

Da gibt es ein paar Punkte denen man sich doch sehr bewusst sein und mit denen man umgehen können sollte:

  • Lernen und Entwicklung heißt Menschen auch mal einen Spiegel vorzuhalten, der weh tut. Diese Situationen sind nicht immer schön.
  • Wirtschaftsunternehmen sind getrieben von Gewinnmaximierung, auch wenn sie soziale und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das ist für die Tätigkeit als Entwickler nicht immer einfach.
  • Der Job ist oftmals verbunden mit einer intensiven Reisetätigkeit und langen Arbeitstagen. Das ist manchmal sehr anstrengend.

10. Was würden Sie anderen Menschen raten, die Ihren Beruf ergreifen wollen?

Tun Sie es! Es ist ein toller Job in dem man viel herum kommt, interessante Persönlichkeiten kennenlernt und viel über andere Menschen aber auch über sich selbst lernt.
Was den Weg dahin angeht, kann ich nur empfehlen vor und während des Studiums so viele praktische Eindrücke wie möglich zu sammeln. Das macht das Studium leichter, weil Sie praktisch verknüpfen können und wissen was Ihr Ziel ist, und das macht den Einstieg in den Beruf leichter, weil Sie erste Erfahrungen vorweisen können, wissen was Sie im Detail interessiert und vielleicht schon Kontakte zu dem Unternehmen knüpfen konnten.

By |2016-03-16T14:40:22+00:0015. Dezember 2014|Berufsbilder|0 Kommentare

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